Juli 2005
Unsere Motivation kommt aus Johannes 12, 25-26:
Wer sein Leben über alles liebt, der wird es verlieren. Wer aber bereit ist, sein Leben vorbehaltlos für Gott einzusetzen, wird es für alle Ewigkeit erhalten. Wer mir dienen will, der soll mir auf diesem Weg folgen. Denn wo ich bin, soll er auch sein. Und wer mir dient, den wird mein Vater ehren.
Liebe Freunde
Es ist uns vollkommen bewusst, dass wir weder die ersten noch die einzigen sind, die eine Reise in den Osten gewagt haben. Trotzdem war es für uns eine grosse Herausforderung mit vielen Ungewissheiten. Wir fühlten uns total abhängig von Gott und darauf freuten wir uns auch.
Als Familie einen neuen Auftrag zu wagen, motivierte uns alle sehr. Schade, dass David nicht mitkommen konnte.
Reisen in fremde Länder war ja nichts Neues für uns, auch lange unterwegs sein ist etwas was wir mögen. Neu war eigentlich nur, den Zoll nach Rumänien zu bewältigen. Die Romas, welchen wir dienen wollten, sind im eigenen Land verpönt und ausgegrenzt. Die Kinder dürfen auch nicht die Schulen besuchen. Sie erhalten am Ende eines Schuljahres den Stempel ohne, dass sie einen Tag die Schulbank drücken durften. Wirklich traurige und tragische Zustände. Und genau für diese Menschen führten wir Material mit in unserem Pferdeanhänger (war sehr unauffällig). Den rumänischen Zoll ohne lange Wartefrist und Komplikationen zu bewältigen war unser Wunsch, doch nicht der Normalfall. Vor allem hofften wir sehr, dass uns keine heiklen Fragen gestellt würden, da wir sehr schlechte Lügner sind. Also gelangten wir nach unserer ersten Fahrt durch Ungarn zum rumänischen Zoll. Da trafen wir eine Menge Autos an und alle standen kreuz und quer in langen Kolonnen vor den Zollhäuschen. Für uns war es sehr schwierig überhaupt zu erkennen, wo denn unsere Spur verlaufen würde. So reihten wir uns also irgendwie ein. Da sie es sehr genau nahmen, ging es sehr langsam vorwärts. 2-3 Std. sind normal am rumänischen Zoll. Nun nach ca. ½ Std. gab es ein Hupkonzert, weil die Leute unzufrieden wurden, weil es nicht mehr weiter ging. So kam es, dass sich ein Zollbeamter nach hinten ins Gewühle begab und vor uns nahm er ein Auto aus der Reihe, um es genau zu kontrollieren. Kurz darauf näherte er sich uns und verlangte unsere Pässe und winkte uns ebenfalls aus der Kolonne. Nun wurde es uns schon etwas komisch zu mute…. Aber stellt euch vor er schickte uns ohne eine Frage zu stellen auf die CD-Spur (für Diplomaten) und so fuhren wir neben dem Autochaos vorbei ab ins grosse Abenteuer. Wir konnten Gott nur loben!
Die Strassen von Rumänien sind bereits ein Wagnis für sich. Über Löcherstrassen gelangten wir schliesslich in das Camp, wo die Kids bereits eingetroffen waren. Nun begann also unser Leben mit den Zigeunerkindern. Da bedrohende Unwetter herrschten im ganzen Land, konnten nicht alle Mädchen kommen, dafür durften das erste mal Jungs mit. Dies war für unseren Michael eine tolle Gebetserhörung, denn er wusste bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht so recht, wie er eine Woche mit 20 Mädchen überleben würdeJ
Wir durften in eine Holzhütte mit 4 Betten einziehen und die Roma- Kids schliefen im Haupthaus. Naemi und Debora zügelten ihre Schlafsäcke bereits am nächsten Tag in den Mädchenschlag. Naemi war sehr überrascht als sie feststellte, dass sie die einzigen waren, die ein Pyjama besitzen. Am nächsten morgen fragte sie mich, ob sie nicht einem Mädchen Unterhosen schenken dürfe, da es keine hatte. Von Anfang an waren unsere Kinder mitten drin und dies war sehr schön zu beobachten.
Da Joy und Katja auch ausgestossene, abgelehnte Menschen sind, wurden sie sofort von allen ins Herz geschlossen. In vielen Momenten konnten wir Gottes Gegenwart so deutlich erleben. Auch durch die rumänischen Mitarbeiter wurden wir reich gesegnet und wir konnten Gottes Führung erfahren. Z.B. als wir den Volltreffer singen wollten und als Lagerlied einführen, kannte Andis Arbeitskollegin Zina (Übersetzerin) das Lied nicht und fand auch keine Worte für Volltreffer und auch ihr Bruder der Pastor (Hauptleiter) konnte mit diesem Song nichts anfangen. Da kam doch überraschenderweise eine Studentin am Abend ins Camp, um mitzuhelfen wo Not an der Frau ist und spielte aus heiterem Himmel ohne Absprache den "Volltreffer" auf rumänisch. Sie wollte den Kids das Lied beibringen und war erstaunt, dass sie die Melodie bereits im Ohr hatten. Wir haben das Lied nämlich auf Deutsch mit ihnen gesungen. Nun da waren der Pastor und Zina platt! Die Zusammenarbeit mit den Helfern war wirklich ausgezeichnet und man konnte meinen wir wären ein zusammen geschweisstes Team. Auch der Song "Mir wei Jesus über allem gseh", war dem Pastor nicht bekannt und Anita kannte ihn auch auf rumänisch, so war Georg überwältigt und überglücklich, dass er nun dieses Lied auch für sein Land singen konnte und die Lieder wurden richtige Ohrwürmer auf rumänisch versteht sich. Sogar Joy singt den Volltreffer nur noch rumänisch!
Georg war sehr ausgebrannt, weil er wenig Unterstützung bekommt in der Arbeit mit den Romas, da sich auch die Christen nicht so gerne mit diesen Menschen abgaben. In diesen Dörfern getraute sich früher nicht einmal die Polizei hin, da nur Rauben und Morden an der Tagesordnung waren. Seit nun seit ein paar Jahren diverse Familien ein Leben mit Jesus begonnen haben, hat sich vieles verbessert und es ist friedlicher geworden. Natürlich können auch diese Menschen ihren Lebensstil nicht von heute auf morgen vollständig verändern, da ist viel Arbeit und Geduld auch von Seiten des Pastors von Nöten. Es ist daher auch kein Wunder, dass er am Ende seiner Kräfte war. Es war für uns ein Vorrecht, dass wir diesen Menschen entlasten und freisetzen durften und er wirklich auch wieder neu auftanken konnte. Am letzten Abend blühte er so richtig auf und wir freuten uns sehr darüber.
Da die ganze Woche in Rumänien Unwetter herrschten und Täler in der Nähe evakuiert werden mussten, war es kaum zu glauben, dass bei uns meistens die Sonne schien und am Dienstag sogar der Regenbogen über unserem Tal zu sehen war. Da wir keinen Natelempfang hatten, konnten wir niemanden benachrichtigen. Wir durften aber sehr stark spüren, wie für uns gebetet wurde. Einige von euch hatten Angst um uns, dies zu merken tut wirklich gut! Danke für eure Freundschaft!
Eine Woche ist sehr kurz und wir spürten ganz deutlich, dass dies für uns ein Anfang war und wir mit diesen Menschen in Kontakt bleiben werden. Sie sind uns alle ans Herz gewachsen und die Not ist wirklich gross. Einer der Jungs sagte einmal: Es käme ihm vor als wäre er erst jetzt geboren worden und wollte sich nicht mehr an das andere Leben erinnern. Sie waren auch alle sehr traurig, als das Camp zu Ende war und sie wieder in ihren Alltag zurück mussten. Ein Leben mit und für Jesus zu führen ist für die Kids eine enorme Herausforderung. Sie brauchen viele Gebete und praktische Hilfe.
Unter anderem durften wir ihnen das wichtigste Gebot mit nach Hause geben und als Höhepunkt durfte jedes Kind ein T-Shirt gestalten. Darauf stand sein Name, seine Hände und w. w. j. d. ?
Kennst du das wichtigste Gebot ?: Es steht in Matthäus 22, 37 uf
Jesus antwortete ihm: " Liebe Gott, den Herrn, von ganzem Herzen, mit ganzer Hingabe und mit deinem ganzen Verstand! Das ist das erste und wichtigste Gebot. Ebenso wichtig ist aber das zweite: " Liebe deinen Mitmenschen, so wie du dich selber liebst!" Alle andern Gebote und alle Forderungen der Propheten sind in diesen Geboten enthalten."
Wie schwierig sind doch diese Worte oft für uns selber. Wie muss es dann für Menschen sein, bei denen der Alltag vom nackten Überlebenskampf geprägt ist?
Erfüllt und zufrieden, können wir auf unseren Rumänieneinsatz zurückblicken und wir sind jetzt schon gespannt, wann wir die Kinder in ihren Dörfern besuchen werden. God knows!,pflegt ein finnischer Freund in solchen Momenten zu sagen! Wir wollen uns einfach danach ausstrecken, was Gottes Wille für unser Leben/Familie ist und auch danach handeln.
Mit dem rumänischen Friedensgruss Pace!!! wünschen wir euch noch einen gesegneten Sommer!
eure
Käser - Family
Priska Andreas David Debora Michael Naemi Joy Katja
PS
Wenn du noch mehr erfahren und gerne Dias sehen möchtest, so komme doch bei uns vorbei, du bist herzlich eingeladen.